Bericht vom Landesverbandstag 2026

Auf dem diesjährigen Landesverbandstag am 15. März begrüßte Detlef Schmidt als Vizepräsident für Organisation zu Beginn der Veranstaltung die anwesenden 77 stimmberechtigten Delegierten sowie einige geladene Gäste.

So konnten wir in diesem Jahr im ABACUS Tierpark Hotel den Staatssekretär für Klimaschutz und Umwelt, Herrn Andreas Kraus, aus der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (kurz: SenMVKU) auf unserem Landesverbandstag begrüßen. In seiner Ansprache lobte er die Berliner Anglerinnen und Angler für ihr Engagement und übermittelte zugleich auch Grußworte vom Regierenden Bürgermeister von Berlin, Herrn Kai Wegner (CDU). Durch die Änderung der Landesfischereiordnung (LFischO) im November 2025 hofft der Senat, das Angeln in Berlin attraktiver zu machen. Ebenso soll die bereits angesprochene Digitalisierung vorangetrieben werden, auch eine Überprüfung der Gültigkeitsdauer des Fischereischeines ist angedacht. Ein nicht unwichtiger Punkt ist aber auch das Ermöglichen des begleiteten Angelns für Menschen mit Behinderung. Weitere Ziele der Senatsverwaltung sind unter anderem die Förderung des Fischbestandes in den Berliner Gewässern, der Gewässer- und Wasserschutz sowie eine bessere Versickerung des Regenwassers. In allen uns Anglern betreffenden Punkten sei ein gemeinsames Vorgehen von Anglern und Senat wichtig, um eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung zu finden. Wir als Landesverband werden daher auch in Zukunft unsere Einwände und Bedenken an das Berliner Abgeordnetenhaus herantragen.

Ein ganz konkretes Problem für uns Angler, welches vor allem die Brandenburger Angler/innen im letzten Winter zu spüren bekamen, nannte der neue Hauptgeschäftsführer des Landesanglerverbandes Brandenburg (LAVB) Daniel Müller in seiner Rede. Die unkontrollierte Ausbreitung des Kormorans und deren Folgen für die gesamte Fischerei waren deutlich in Potsdam in der Alten Fahrt und im Hafenbecken erkennbar. „Ohne ein vernünftiges Kormoranmanagement sind unsere einheimischen Fischarten gefährdet“, betonte er auf dem Landesverbandtag. Natürlich nutzte Daniel Müller aber auch die Gelegenheit, um sich den anwesenden Delegierten einmal vorzustellen – hat er doch sein Amt als Hauptgeschäftsführer im LAVB erst zu Beginn des Jahres angetreten. Er grüßte zudem vom Präsidenten des LAVB Günter Baaske und lobte die Zusammenarbeit unserer beiden Verbände und hofft, dass es auch mit ihm als neuen Hauptgeschäftsführer weiterhin so bleibt. 

Einen Gast von unserem Dachverband – dem Deutscher Angelfischerverband e.V. (DAFV) – konnten wir mit dem Vizepräsidenten für Jugend und Castingsport Peter Wetzel ebenfalls in unseren Reihen willkommen heißen. Auch er lobte unsere Initiative und unseren Einsatz bei Themen wie Ankerverbot oder der Berliner LFischO, aber auch unsere ständige Präsenz auf der Messe Angelwelt sowie der diesjährigen 100 Jahre Jubiläums-Grünen Woche. Es zeigt, dass wir als Berliner Landesverband bei allem mitsprechen wollen, was uns und unsere Berliner Anglerinnen und Angler interessiert und betrifft. Das auch der Castingsport in Berlin noch immer ein fester Bestandteil des Verbandslebens ist und unsere gemeinsamen, teils traditionellen Hegemaßnahmen weiterhin veranstaltet werden, war für ihn besonders erwähnenswert. „Unsere Kontinuität und Verantwortung auch in schweren Jahren sind lobenswert. Ein großes Dankeschön daher an alle ehrenamtlich tätigen Berliner Anglerinnen und Angler in den Verbanden und Vereinen“, sagte er zu Abschluss seiner Rede.

Unter den stillen Gästen befand sich zudem der Berliner Fischereiamtsleiter Herr Jens Puchmüller. Er verfolgte aufmerksam den Landesverbandstag und die Wortmeldungen der Delegierten.  

Unser Landesgewässerwart Christian Wolter hielt einen informativen und spannenden Vortrag über die Oder, indem er den Fluss, seine Bedeutung für die Region sowie seine Fischarten vorstellte und im Anschluss das große Fischsterben von 2022 aufarbeitete. Wichtig dabei war ihm noch einmal zu verdeutlichen, dass die Oder nie – wie oft fälschlicherweise geschrieben wurde – tot war! Es gab zwar einen Rückgang des Fischbestandes nach der Gifteinwirkung, aber die Fische sind auch von den betroffenen Bereichen geflüchtet bzw. weggeschwommen. „Es müsse aber zur Verhinderung eines erneuten Fischsterbens unbedingt die Salzfracht in der Oder reduziert werden, sonst drohe eine Wiederholung“, so Christian Wolter.

Den anschließenden Bericht des Präsidiums für das vergangene Jahr hielt unser Vizepräsident für Organisation Detlef Schmidt. Er erwähnte als ersten wichtigen Punkt noch einmal den Rücktritt unseres Präsidenten Mathias Frey im Dezember 2025 und fügte an, dass das verbleibende geschäftsführende Präsidium weiterhin im vollen Umfang handlungsfähig ist. Die Neubesetzung des Amtes als Präsident soll bei den im nächsten Jahr turnusmäßig stattfindenden Wahlen durchgeführt werden. Bis dahin erbittet sich das geschäftsführende Präsidium Zeit, um einen geeigneten Nachfolger zu finden. Seinen Bericht fuhr er fort mit einer sehr erfreulichen Zahl: 11035. So viele Mitglieder hatte unser Verband im letzten Jahr – damit haben wir die Elftausend geknackt! Darunter befanden sich rund 800 Kinder und Jugendliche, das heißt, dass gut jedes 10. Mitglied unter 18 Jahre alt ist. Ihnen kommen auch die zahlreich gesammelten Spenden auf den Messen und Veranstaltungen „Vor Ort“ zugute, welche dem Referenten für Kinder- und Jugendsport sowie dem neugestalteten Team vom Jugendzentrum damit zur Verfügung stehen.  Besonders im Referat Casting hatte sich im letzten Jahr durch die Neubesetzung des Amtes mit Eugen Demin als Referenten viel getan – zahlreiche Aktivitäten und neue Anreize sorgten für eine erfolgreiche Castingsaison 2025. Auch unsere Hegeangelveranstaltungen hatten eine stabile Teilnehmerzahl, wenngleich es bei einigen Veranstaltungen ruhig ein paar mehr Teilnehmer hätten sein können. Ebenso kann der Umgang der Anglerinnen und Angler in den Vereinen und Verbänden untereinander im letzten Jahr als durchweg positiv bewertet werden, musste doch die Rechtskommission nicht einmal aktiv werden. Die sehr wichtige Arbeit der Fischereiaufseher zeigt auch ihre Wirkung, da im Jahr 2025 weniger Verstöße geahndet werden mussten als noch in den vergangenen Jahren. Unsere Lehrgänge waren wieder gut besucht und teilweise rasch ausgebucht. Die vielen erfolgreichen Lehrlinge konnten dabei auch von neugewonnen Dozenten profitieren. Aktuell ist ein einheitlicher Berliner Fragebogen für alle Verbände in Entstehung, auch hierbei sind wir mit eingebunden. Über das Ergebnis werden wir dann zeitnah wie gewohnt auf unserer Website und im Märkischen Angler berichten. Unsere Website hat im letzten Jahr ein spezielles Barrierefreiheits-Menü erhalten. Dieses ermöglicht es, dass auch Menschen mit Beeinträchtigungen unsere Website jetzt ohne große Einschränkungen nutzen können. Einen größeren Hackerangriff konnten wir im August erfolgreich abwehren. Daneben haben wir einige Interview- und Presseanfragen erhalten, aber auch wie am Beispiel der Messerverbotszonen selbst Anfragen gestellt und beantwortet bekommen. Zum Ende des Berichtes bedankte sich Detlef Schmidt im Namen des Präsidiums bei allen freiwilligen und ehrenamtlichen Helfern.

Auf dem Landesverbandstag wurden zudem die Angelfreunde Christian Wolter für seine Verdienste als Landesgewässerwart und Heinz Oelke für sein bereits 63 Jahre andauerndes Engagement im Castingsport mit der Ehrenspange in Gold ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch!

Nach dem Schlusswort, in dem Detlef Schmidt allen anwesenden Delegierten eine erfolgreiche Angelsaison 2026 wünschte, ging es zum Ausklang des Landesverbandstages wie gewohnt zum gemeinsamen Mittagessen.

Christian Polinna
Referent für Öffentlichkeitsarbeit